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Kein Berg des langen nördlichen Voralpenbogens steht so markant vorgeschoben da wie der Pilatus am Vierwaldstättersee. Die ihn aufbauenden Gesteine bestehen aus Sedimenten der Kreideformation und alttertiärer Ablagerung.

Die Kalkgesteine des Pilatus wurden in einem Meer gebildet, das sich zwischen dem Aare- und dem Gotthardmassiv ausbreitete. Muscheln, Austern, Ammonshörner, Seeigeltrümmer und Meerschnecken, die man heute versteinert in den Pilatus-Felsen findet, geben als wertvolle Dokumente darüber Auskunft, wann und wo die dickbankigen Felsen und fein geschichteten Schiefer des Berges entstanden sind.

Abb: Pilatus-Ostflanke - Faltenbildung (vergrösserte Ansicht bei Mausklick)

Gewölbe und Mulden sind zudem deutliche Indizien für eine Erdrindenschiebung, die den einstigen horizontalen Meeresgrund zu diesen mächtigen Falten auftürmte. Solche «dislozierten» Schichten bezeichnet man als Decken. Die ganze Alpenkette vom Säntis bis zum Thunersee wurde über das Aaremassiv in das aufgefüllte Molassemeeer geschoben und deckt einen Teil der Schweiz zu. Daher nennt man diese Gesteinsfalten «helvetische Decke». Der Pilatus gehört mit seinen Ausläufern (Bürgenstock, Rigihochfluhkette) zur ihrer Stirn.
 
An der Pilatus-Ostflanke Richtung Luzern zeigt der Luzerner Hausberg in seinem Profil fünf Falten (sh. Abbildung), die alle gegen Norden neigen.
 
Die zu Stein gewordene geologische Entwicklung am Pilatus zeigt heute die charakteristischen Erosions- und Verwitterungsformen, die den Berg zum Wahrzeichen der Zentralschweiz prägten.






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